DIE STRAFE GEGEN KERIM ENGIZEK – EIN VERGLEICH MIT ANDEREN MMA-STRAFEN

Die Strafe gegen Kerim Engizek nach der Auseinandersetzung im Anschluss an seinen Kampf bei Oktagon 91 hat in der MMA-Community für Diskussionen gesorgt. Während einige die Sanktion für zu hart halten, sehen andere sie als zu milde an. Um die Entscheidung besser einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf vergleichbare Disziplinarfälle aus der Geschichte des Sports.

Einer der bekanntesten Vorfälle ereignete sich nach UFC 229, als Khabib Nurmagomedov nach seinem Sieg über Conor McGregor über den Käfig sprang und eine Massenschlägerei auslöste. Die Nevada State Athletic Commission belegte Khabib daraufhin mit einer Geldstrafe in Höhe von zehn Prozent seiner Kampfbörse (500.000 US-Dollar) und einer neunmonatigen Sperre. McGregor erhielt eine Geldstrafe von 50.000 US-Dollar sowie eine sechsmonatige Sperre. Im Gegensatz zum Vorfall bei Oktagon 91 weitete sich die Auseinandersetzung damals sogar außerhalb des Käfigs aus und involvierte zahlreiche Personen.

Auch die UFC hat in der Vergangenheit konsequent gegen unsportliches Verhalten nach Kämpfen durchgegriffen. Jason High stieß nach seiner Niederlage gegen Rafael dos Anjos den Ringrichter weg und wurde kurz darauf aus dem UFC-Kader gestrichen. Ein ähnliches Schicksal ereilte Paul Daley, der Josh Koscheck unmittelbar nach dem Ende ihres Kampfes einen unerwarteten Schlag versetzte. Auch Daley wurde daraufhin von der UFC entlassen.

Ein weiteres Beispiel stammt aus dem Jahr 2021. Nach seinem Sieg über Uroš Jurišić bei KSW 58 warf Shamil Musaev seinen Gegner nach dem Kampf zu Boden und löste damit eine Massenschlägerei im Käfig aus. KSW reagierte mit empfindlichen Geldstrafen: Musaev musste 50 Prozent seiner Kampfbörse abgeben, während gegen Jurišić eine Strafe in Höhe von 30 Prozent seiner Börse verhängt wurde.

Vergleicht man diese Fälle mit dem Vorfall bei Oktagon 91, erscheint die Strafe gegen Kerim Engizek durchaus angemessen. Andere Veranstalter und Verbände haben in ähnlichen Situationen ebenfalls Sanktionen ausgesprochen, die sowohl die Schwere des Vorfalls als auch die individuelle Verantwortung der Beteiligten berücksichtigten. Vor diesem Hintergrund lässt sich argumentieren, dass Oktagon mit seiner Entscheidung im Rahmen dessen gehandelt hat, was im professionellen MMA üblich ist. Eine deutlich härtere Strafe wäre von vielen vermutlich als unverhältnismäßig angesehen worden, während eine mildere Sanktion den Eindruck erweckt hätte, dass ein solches Verhalten kaum Konsequenzen nach sich zieht.

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